Köln hat im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten ein vergleichsweise strukturiertes Sperrmüllsystem, das die AWB als städtischer Entsorger betreibt. Wer es kennt, kann es sinnvoll nutzen. Wer es nicht kennt, riskiert, dass sein Sperrmüll stehen bleibt oder abgelehnt wird.
Der kostenfreie Basis-Abholservice der AWB nimmt bis zu drei Kubikmeter Sperrmüll mit. Das entspricht grob dem Volumen eines mittelgroßen Kleintransporters. Für eine einzelne Couch, einen Schrank und ein paar Kleinteile reicht das. Für eine Wohnungsauflösung oder den Inhalt eines Kellers reicht es in den meisten Fällen nicht. Die Wartezeit beträgt erfahrungsgemäß rund drei Wochen, da Termine individuell beantragt und nach Kapazität vergeben werden.
Wer schneller fertig sein will, kann den Flex-Service der AWB buchen, der eine Abholung innerhalb von zwei Werktagen ermöglicht, allerdings gegen Aufpreis. Noch teurer wird es, wenn AWB-Mitarbeitende den Sperrmüll aus der Wohnung tragen sollen, was als separater Herausstell-Service berechnet wird. Für viele Haushalte, die ohnehin einen Umzug oder eine Auflösung planen, lohnt sich dieser Weg finanziell kaum.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Sortierungspflicht. Elektrogeräte dürfen nicht einfach mit dem Sperrmüll auf den Gehweg gestellt werden. Kühlschränke, Fernseher und ähnliche Geräte müssen separat bei der AWB angemeldet werden. Wer ein Möbelstück mit eingebauter Beleuchtung entsorgen will, muss die Beleuchtung vorher demontieren und als Elektroschrott getrennt abgeben. Batterien und Akkus müssen vor der Entsorgung von Elektrogeräten entnommen werden, weil sie in Sortieranlagen Brände verursachen können. Das ist keine Empfehlung, sondern Vorschrift.
Schadstoffe und kleine Elektrogeräte nimmt die AWB über ihre Schadstoffmobile an, die regelmäßig in den Kölner Stadtteilen Station machen. Dieser Service ist kostenlos, erfordert aber, dass man den Standortplan kennt und zum richtigen Zeitpunkt vor Ort ist.
Wer Sperrmüll selbst zum Wertstoff-Center bringen möchte, findet in Köln zwei Standorte: in Gremberghoven und in Ossendorf. Beide nehmen bis zu drei Kubikmeter kostenlos an, jedoch ausschließlich von Kölner Grundstücken. Fahrzeuge dürfen maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht und 2,8 Meter Durchfahrtshöhe haben. Bauschutt wird nur gegen Gebühr angenommen. Nachtspeicherheizungen sind ein Sonderfall: Sie werden ausschließlich am Standort Gremberghoven entgegengenommen, und nur dann, wenn entweder ein Herstellernachweis über Asbestfreiheit vorliegt oder der Abbau durch Fachpersonal nach der einschlägigen technischen Regel dokumentiert ist.
Für Privatpersonen, die eine einzelne Lieferung loswerden wollen, funktioniert das städtische System gut. Sobald größere Mengen, besondere Materialien oder enge Zeitfenster ins Spiel kommen, ist ein privater Entsorgungsdienstleister wie Aflex die praktischere Lösung. Wir kennen die Kölner Vorschriften, übernehmen die Sortierung und kümmern uns darum, dass jedes Material auf dem richtigen Entsorgungsweg landet. Sie teilen uns mit, was abgeholt werden soll, alles Weitere regeln wir.




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