Dachpappe ist nicht gleich Dachpappe. Wer ein älteres Gebäude saniert oder ein Dach erneuert, stößt häufig auf Material, das Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Genau das ist der Punkt, an dem die Entsorgung komplizierter wird als erwartet. Das Herstellungsjahr ist dabei der entscheidende Anhaltspunkt. Pappe aus der Zeit vor den 1970er Jahren wurde überwiegend mit Steinkohleteer hergestellt. Dieser Teer enthält PAK-Verbindungen, also polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, die als krebserregend gelten und in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut werden. Überschreitet der PAK-Gehalt den gesetzlichen Grenzwert von 100 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse, gilt das Material als teerhaltig und wird im Abfallverzeichnis unter der Schlüsselnummer 17 03 01* geführt. Das Sternchen steht für überwachungsbedürftigen Abfall mit besonderen Nachweispflichten. Neuere Bitumenpappe, die diesen Grenzwert unterschreitet, fällt unter den nicht gefährlichen Schlüssel 17 03 02 und kann über reguläre Bauschutt-Container entsorgt werden.
Wer unsicher ist, ob das eigene Material teerhaltig ist, kann einen einfachen Vortest durchführen. Weißes Sprühfarbe auf die Oberfläche aufbringen: Verfärbt sie sich bräunlich, deutet das auf Teer hin. Dieser Test ersetzt keine Laboranalyse, gibt aber eine erste Orientierung. Eine weitere Dimension kommt hinzu, wenn das Material vor 1993 produziert wurde. Bis zu diesem Jahr wurden in Deutschland Dachpappen teilweise mit Asbestfasern verstärkt. Asbest gilt als krebserregend und unterliegt strengen Vorschriften nach der TRGS 519 sowie der Gefahrstoffverordnung. Einige Entsorger verlangen vor der Annahme einen Nachweis, dass das Material keine karzinogenen Fasern enthält.
In Oberhausen nimmt der Wertstoffhof der WBO am Standort Buschhausener Straße 142 schadstoffhaltige Abfälle in haushaltsüblichen Mengen an, allerdings ausschließlich von Oberhausener Bürgerinnen und Bürgern und nur per EC-Karte. Für gewerbliche Mengen oder Projekte, bei denen größere Dachflächen abgetragen werden, reicht dieser Weg in der Regel nicht aus. Containerlösungen sind dann die gängige Alternative, wobei teerhaltige und nicht teerhaltige Pappe strikt getrennt gehalten werden müssen. Eine Vermischung beider Materialien in einem Container stuft die gesamte Ladung als gefährlichen Abfall ein, was erhebliche Mehrkosten und Sortieraufwand nach sich zieht.
Wer Teerpappe entsorgen in Oberhausen plant, sollte deshalb frühzeitig klären, welches Material tatsächlich vorliegt, bevor ein Container bestellt oder Material verladen wird. Das gilt besonders dann, wenn auf einer Dachfläche verschiedene Generationen von Pappe übereinanderliegen und sich teerhaltige sowie teerfreie Schichten mischen. In solchen Fällen empfehlen wir, die Lagen beim Abtragen sorgfältig zu trennen und getrennt zu lagern, bis die Materialart eindeutig eingeschätzt ist. Ein zusätzlicher Aspekt betrifft die Transportvorschriften. Teerhaltiger Abfall fällt unter gefährliche Güter im Sinne der einschlägigen Transportvorschriften, was besondere Anforderungen an Fahrzeug, Kennzeichnung und Begleitdokumente stellt. Wer diesen Aufwand unterschätzt, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch Verzögerungen auf der Baustelle. Wir unterstützen Sie dabei, diese Einschätzung sicher zu treffen und den passenden Entsorgungsweg zu wählen. Schreiben Sie uns an info@aflex.de oder rufen Sie uns an, damit wir gemeinsam den nächsten Schritt festlegen.




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